Licht am Ende des Tunnels?

Oder ist es doch „nur“ der entgegenkommende D-Zug….

Der Händler hat sich bei mir – nach fast genau einem Monat – endlich wieder gemeldet: Die Ersatzteile für den 3D-Drucker seien auf dem Weg zu mir….

Ich hoffe nur, daß die angebrochene Rolle Filament derweil nicht zu viel Feuchtigkeit gezogen hat, denn die Luftfeuchtigkeit ist ja zur Zeit doch relativ hoch. Und einen Trockenschrank für Filament kann ich mir derzeit (noch) nicht leisten.

Ach ja – ich glaub‘ ich hab noch nicht erzählt, daß ich die Werkstatt noch zweimal – insgesamt also bisher achtmal – trocken legen mußte? Ich komm‘ mir dort vor wie im Feuchtbiotop bei gut 70% Luftfeuchtigkeit…
Aber immerhin, ich hab zumindest meine kleine römische Werkbank wieder im Einsatz – brauchte eine Möglichkeit zum Sense dengeln….

….was man nicht so alles lernt, wenn das, was man eigentlich machen wollte, nicht funktioniert 😛

Hoffentlich war das jetzt die letzte Überschwemmung – ich hab da noch drei Sachen, die ich gerne erledigen würde…
Mehr dazu hoffentlich beim nächsten Update!

Bis bald…

Werkbank-Entwicklung

Meine bisherigen Posts über meine „römische“ Werkbank haben anscheinend mehr Fragen entstehen lassen als ich – mehr oder weniger – beantwortet habe.

Daher werde ich mal etwas weiter ausholen, damit aus diversen „Punkten“ – wenn man sie in der richtigen Reihenfolge verbindet – ein Bild wird.
„Mein“ Bild wohlgemerkt – bzw. Hintergründe zur gedanklichen Entstehung meiner Werkbank. Diese Entwicklung wird bei jedem Menschen anders verlaufen – daher der explizite Bezug darauf, daß auch jede/r zu anderen Ergebnissen kommen kann oder auch zum Teil soll!

Alles fing bei mir an mit einem Nachbau einer WorkMate-Hilfs-Werkbank. Man konnte damit besser mit Holz und anderen Materialien umgehen als ohne. Also war sie gut.
Gleichzeitig ließ dieses leider etwas wackelige und viel zu kleine Tischchen aber auch sehr viel zu Wünschen übrig.

Ein Umzug und ein paar Jahre später – eigener Garten – fing ich dann an mich auch mit „Grünholz“ sowie Holzbearbeitung vor hochmodernen (und meist sau-teuren) Werkzeug-Maschinen zu beschäftigen. Es hat nicht lange gedauert, bis ich auf die schon fast historische „Ziehbank“ oder „Schnitzbank“ gestoßen bin, und mir eine Zieh-/Schnitzbank nach angelsächsischem Vorbild gebaut habe.

Parallel dazu bin ich auch in YouTube auf den Kanal von Paul Sellers gestoßen. Wer ihn nicht kennt sollte sich den Kanal mal anschauen: das Wissen das er vermittelt ist sehr fundiert – und kommt ganz ohne Maschinen aus, nur ein paar Handwerkzeuge.

Ganz besonders fasziniert hat mich Paul’s Werkbank: super-stabil, einfach zu bauen – ganz ohne Maschinen! – und, wenn man mag, komplett ohne ein Stück Metall.
Wie man so schön sagt: Ich hatte Blut geleckt.

Hat nicht lange gedauert, dann baute ich eine Werkbank nach Paul Sellers Vorbild. In einer – laut Literatur für Hobelarbeiten notwendigen, niedrigen Höhe: Handgelenkhöhe bei hängendem Arm.
Diese dient jetzt problemlos als Unterbau für meine kleine Drechselbank, denn die Werkbank-Höhe passte nicht so richtig zu mir. Aber, die Werkbank ist super-stabil und sogar einfach zerlegbar.

Immer wieder fand ich mich, ohne vorher darüber nachzudenken, auf einer kleinen Bank sitzend arbeitend wieder. Nichts besonderes, ein Brett mit vier Beinen. Ziemlich genau normale Sitzhöhe. Der Kellerboden bei uns ist zu kalt um auf dem Boden zu arbeiten – ja, ich hab‘ mich auch mit der asiatischen Art Holz-zu-Werken beschäftigt – die Bank war da einfach ideal.

Jetzt ging alles Schlag auf Schlag – ich besorgte mir Sean Hellman’s Buch über „Shaving Horses“, Barn the Spoon’s Buch über Löffelschnitzen, sowie Jane Mickelborough’s Buch über faltbare Löffel (nach historischem Vorbild). Alles Tätigkeiten, die im Sitzen durchgeführt werden.
Da war es nur folgerichtig, da0 ich dann bei Christopher Schwarz’s „Lost Art Press“ auch auf sein Buch „Roman Workbenches“ aufmerksam wurde.

So langsam schließt sich der Kreis, oder?

Stopp – noch nicht!

In all den Jahren ist nicht nur mein Wissen über Holzwerken und seine Techniken gewachsen, sondern auch mein, sagen wir „Bewußtsein“.
Ich stelle jetzt einfach mal die Behauptung in den Raum, daß es für jeden individuellen, selbstbewußten (= sich-seiner-selbst-bewußt-seienden) Holzwerker – also jemanden, der nicht seine Meinung von einer beliebigen Zeitungs-Titelseite übernimmt, aber sehr wohl auch über das gelehrt-bekommene hinaus-schaut – „DIE“ Werkbank gar nicht geben kann. Die einzelnen Individuen sind so unterschiedlich, daß jeder „seine“ Werkbank benötigt – und sich diese vermutlich auch noch im Wandel der Zeit mit verändert.

Mit dieser Erkenntnis im Hinterkopf habe ich mich hingesetzt und zusammengeschrieben, was ich wie gerne bearbeite, und mir eine vorläufige, vorübergehend beste Werkbank für mich zusammengestellt:
Sitzend arbeiten, für Hobeln, Sägen, Schwalbenschwänze und Zinken stemmen, aber auch Grünholz-Arbeiten geeignet. In einem Keller, der kalt ist und keinen flachen Boden hat.

Herausgekommen ist dabei die schon einmal gezeigte – wie gesagt, vorübergehend beste – Werkbank:

Römische Werkbank

Sie ist dreibeinig – damit sie nicht auf unebenem Boden wackelt, aus Fichtenholz – warm und günstig, aus Resten gebaut – noch günstiger, und so kompakt, daß ich sie problemlos in den Kofferraum unseres Autos stellen kann. Schließlich wird doch hoffentlich irgendwann mal wieder die Zeit kommen, wieder auf Märkten auszustellen und etwas zu zeigen.

Aber damit ist die Geschichte noch nicht zu Ende, das Rad dreht sich weiter: Bisher habe ich nur limitierte Möglichkeiten Bretter „auf Kante“ zu hobeln. „Kleinzeug“ läßt sich auch sehr schwer bis gar nicht halten – und meine alte Ziehbank ist in die Jahre gekommen.

Also wird weiter gedacht, weiter entwickelt.Sobald es die „verrückten Zeiten“ und der Geldbeutel zulassen wird es wohl eine weitere, vielleicht etwas größere und „schönere“ Werkbank geben. Kann sogar sein, daß ich bei Fichte bleibe. Oder doch ein härteres Holz? Wer weiß, wo die Reise hingeht….

Das Wichtigste bei der ganzen „Geschichte“ ist vermutlich, daß ich sehr viel gelernt habe. Über mich, aber auch über „Wege“, Veränderungen, etc.:

Wenn ein Kunde nun nach einer Werkbank fragt, bzw ich ihm/ihr vielleicht sogar eine bauen darf – auf Grund meiner eigenen Erfahrungen über meinen eigenen Wandel kann ich heute sicherlich besser als bei meiner ersten Werkbank helfen, die derzeit am Besten passende Werkbank für ihn/sie zu finden.

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Wie arbeitet man…

auf einer römischen Werkbank?

Ist eigentlich ganz einfach, dank der geringen Höhe:

Man setzt sich auf das Werkstück – in diesem Falle ein bereits ohne Kamera (natürlich von Hand) zugesägtes Brett. Dazu muß man sich natürlich nach vorne beugen – was am ersten Tag auch gleich ein wenig Muskelkater verursacht hat. Aber das Pins anzeichnen (Brett waagerecht), Pins sägen (Brett senkrecht) und ausstemmen (Brett wieder waagerecht) ging erstaunlich flott. Wesentlich zügiger als ich es in der Vergangenheit geschafft habe ! Das Umspannen hat jeweils nur Sekunden gedauert.

Die folgenden Bilder zeigen (1) die frisch angezeichnete Pins – dazu saß ich auf dem Brett. Als nächstes (2) die Position zum Sägen der Pins – dazu habe ich das Brett mit einer einzelnen Einhand-Zwinge am horizontalen Frontbalken festgespannt. Das Ausstemmen habe ich nicht photographiert, dafür aber (3) das Anzeichnen der Schwalben.

Ich habe also mit den Pins angefangen, und danach die Schwalben am zweiten Brett passend angezeichnet und gesägt. Letzteres habe ich nicht mehr photographiert, entspricht Photo 2.

Alle Bilder aus meiner Arbeitsposition gesehen – daher auf den ersten Blick eine vielleicht etwas ungewöhnliche Perspektive…

Anzeichnen der Pins
Fertig zum Pins sägen
Schwalben anhand der Pins anzeichnen

Erste Werkbank

Auch wenn ich schon seit geraumer Zeit drechsle, schnitze, etc – mehr als einen Unterbau für meine kleine Drechselbank habe ich in den letzten Jahren nicht zur Verfügung gehabt.

Nachdem aber der Wunsch, endlich mit einer richtigen Werkbank zu arbeiten, in den letzten Jahren immer größer wurde, habe ich ein wenig recherchiert:

In Frage kamen für mich folgende Typen:

  • Nichelson-Werkbank
  • Roubo-, bzw Rouby-Style-Werkbank
  • Eine Werkbank nach dem Vorbild von Paul Sellers
  • Ein Nachbau einer alten römischen Werkbank a la Christopher Schwarz

Die Entscheidung ist mir nicht leicht gefallen. Immerhin ist der Unterbau für meine Drechselbank im Stile Paul Sellers gebaut – damals geplant als Werkbank für meine Tochter, die sie allerdings nicht mit dem A…llerwertesten angeschaut hat 😉 Egal was ich gedrechselt habe, egal wie unrund es am Anfang lief, der Unterbau hat sich nicht um einen Millimeter bewegt. Und ist auch noch relativ einfach zerlegbar.

Im Endeffekt ist die Entscheidung für einen abgewandelten Nachbau einer alten römischen Werkbank gefallen. Und dies gleich aus mehreren Gründen.

Zum Einen habe ich vor, soweit irgendwann mal wieder möglich, die Werkbank auch auf Märkten am Stand zu benutzen. Dafür muß sie nicht nur transportabel sein, sondern auch noch auf jedem noch so unebenen Untergrund sicher stehen.

Zum Anderen ist es natürlich verlockend, mal eben NICHT auf Hüfthöhe zu arbeiten, sondern auf einer niedrigeren Höhe. Damit können dann vor Allem die kleinen Zuschauer am Stand besser sehen.

Abwandlung einer alten römischen Werkbank

Die Arbeitsfläche ist 23 cm breit und 74 cm lang, der Unterbau 76 cm breit und etwa 90 cm lang. Gesamthöhe 44,5 cm – und damit Sitzhöhe !

Material ist noch herumliegendes Bauholz, Reste von früheren Projekten und Konstruktionen. Alles Fichte/Tanne. Bisher habe ich noch keine Löcher für passende Haltestangen gebaut, wie es Christopher Schwarz in seinen Publikationen aufgezeigt hat.

Unterbau und Platte sind fest miteinander verschraubt, auch das Untergestell ist in einem Stück, somit nicht zerlegbar. Und auch wenn ich mit der Herstellung der großen Fingerzinken heftige Probleme hatte – man sieht es sogar auf dem Photo – steht die Bank super stabil, ist groß genug für kleine und mittlere Projekte. Und paßt gut in den Kofferraum oder Hänger.

Ich hab‘ dann auch gleich mit einem Teil eines größeren Projektes angefangen (mehr dazu in den nächsten Updates) – es ist schon klasse auf dem Werkstück zu sitzen damit es nicht verrutscht, und zu sägen und Zinken aus zu stemmen. Hatte allerdings auch gleich Muskelkater, da die Muskeln im Rücken bei so einer sitzenden Haltung ungleich stärker gefordert sind.

Ich glaube, ich werde in Zukunft noch so eine Bank bauen. Größer, noch funktionaler, gegebenenfalls sogar mit einem Schreiner-Schraubstock an einem Ende. Mal schauen. Erst mal noch ein wenig damit arbeiten….

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