Wie entsteht eine Pfeife (4)

… oder so :-/

Naja – die Luftfeuchtigkeit im Keller ist zumindest wieder von knapp 90% auf 60% herunter. Also ein weiterer Versuch in Bezug auf Mundstück für die Pfeife – genauer: zwei Mundstücke für zwei Pfeifen !

Zum Einen die Pfeife, die ich Euch auch schon in den vergangenen Beiträgen gezeigt habe:

Und dann eine Pfeife, die schon länger auf ein passendes Mundstück wartet, ich mich an das „Thema“ aber bisher nicht heran getraut habe.

Wie man beim dritten Bild unschwer erkennen kann, ist dies die Ursache für mein „Oder so“ zu Anfang dieses Beittrages.

Beim längs durchbohren des Mundstückes, das ich von beiden Seiten jeweils vom Mittelpunkt der Fläche mache, muß mir wohl der Bohrer von der Pfeifenseite her kommend verlaufen sein. Jetzt ist da ein zusätzliches Loch wo es nicht hingehört – und ich muß mich wieder mal nach einem neuen Mundstück umsehen…..

Hiermit beschließe ich erstmal meine Reihe bzgl. wie man eine Pfeife herstellt – ich glaube, die grundlegende Idee dahinter sollte klar sein. Auch, daß man manchmal, speziell bei eben nicht herkömmlicher Herangehensweise und Materialien, das eine oder andere Hindernis überwinden muß 😉

Bis bald….

Wie entsteht eine Pfeife (3)

Oder besser

„Holz arbeitet – und Du?!

Hat ein wenig Probleme gegeben – daher hat’s auch wieder mal etwas länger gedauert:
Nachdem ich mich entschlossen hatte keine Mundstücke aus Acryl zu kaufen mußte ich selber welche aus Holz machen.

Klar, der Kontrast zwischen Holz „pur“ und Rinde mußte sein.
Also hab‘ ich mir einen dünnen Ast geschnappt, der schon seit Wochen zum Trocknen in meiner Werkstatt liegt, und einen passenden Rohling abgeschnitten.

Die Mundstückseite mit dem Schnitzmesser kräftig angefast – soll ja später noch weiter bearbeitet werden – und vorsichtig in die Drechselbank eingespannt. Dann den Zapfen abgemessen, mit einem Meißel sauber „angezeichnet“ und – sicherheitshalber einen Millimeter mehr Durchmesser als geplant – den Zapfen ausgearbeitet. Und natürlich auch längs den Rauchkanal eingebohrt

Warum den Millimeter größer?
Naja – selbst wenn ich davon ausgehen konnte, daß ein weniger-als-Daumen-dicker Ast in mehreren Wochen Frühsommer ordentlich getrocknet sein sollte (und dabei etwas schrumpft ! ) – man weiß ja nie. Wie anfangs schon gesagt, Holz arbeitet…..

Am nächsten Tag gleich als erstes in die Werkstatt….
…der Zapfen war zu klein !!!! NOCH mehr geschrumpft.
So’n Sch…eibenkleister.

Vorgestern dann – Wochenende ist für die Familie – den restlichen Ast in weitere Mundstück-gerechte „Happen“ aufgeteilt und den Rauchkanal eingebohrt. Allerdings hab‘ ich – sofern ich dran gedacht habe – den Zapfen deutlich dicker gelassen.

Heute morgen dann gleich nachgeschaut – 100% Luftfeuchtigkeit im Werkstatt-Keller, und mehrere Zentimeter Wasser !!!

Hat doch glatt das wirklich heftige Gewitter vergangene Nacht – laut einem unserer Kater haben sich die Gewitter-Riesen ziemlich in die Wolle gekriegt – das Wasser durch den Ablauf in den Keller gedrückt.

So viel zum Thema: Trockene Mundstück-Rohlinge :-/

Hab‘ die Rohlinge dann in mein Arbeitszimmer hoch geholt – da werden sie hoffentlich etwas schneller trocken.
Der Pfeifenkopf ist auch mit Hartwachs eingerieben – vielleicht kriegt der noch eine zweite „Abreibung“ und – sobald selbige trocken sind – auch ein Mundstück.

Heute morgen gleich das ganze Wasser mit Kehrblech und Eimer bestmöglich „entfernt“ – jetzt läuft erstmal für ein paar Tage der Entfeuchter.

Menno….

Wie entsteht eine Pfeife (2)

Nachdem gestern ja erstmal der Holzleim trocknen mußte, hab‘ ich doch noch mit einer weiteren Pfeife angefangen….. – Daher seht Ihr heute Bilder von der dritten Pfeife, und nicht den beiden anderen.

Stand gestern war: Pfeife zum Bohren vorbereiten.
Ich hab leider kein Photo vom Bohren gemacht – den Stiel mit der Ständerbohrmaschine, die Rauchkammer auf der Drechselbank – aber immerhin Photos davon 😉

Man sieht es nicht auf den ersten Blick, denn die Bohrungen schauen schön mittig aus – aber im dritten Bild kann man ganz gut erkennen, daß mir der lange Bohrer ein wenig seitlich verlaufen ist, und die Bohrung durch den Stiel die Tabakkammer nicht ganz genau mittig trifft.
„Shit happens!“ – oder so. Hätte den Stiel vielleicht doch auch auf der Drechselbank bohren sollen, auch wenn das mit erheblich mehr Aufwand verbunden gewesen wäre.

Dafür habe ich aber die Pfeife heute schon mal in Form geschliffen – Dank 40-er Schmirgelpapier geht das auch bei Buche nicht gar so langsam.
Nachdem mir die gerade, glatte „Billiard“ zu langweilig war, habe ich kurzerhand eine „Cherrywood“ daraus gemacht. Und nein, das Holz habe ich nicht von Buche in Kirsche verwandelt, die Form heiß einfach so – beide kann man z.B. beim Billiard, daher der Name, abstellen, während man spielt, wobei die „Cherrywood“ noch am Boden abgeschrägt ist (seht Ihr dann in den finalen Bildern) und, meiner Meinung nach, somit stabiler steht.

Aber auch das war mir noch zu langweilig – außerdem wollte ich etwas probieren: Ich hab‘ die Pfeife etwas rustifiziert:

So ganz bin ich damit noch nicht zufrieden, es schaut noch nicht richtig nach „Ast“ aus. Da werde ich morgen noch ein wenig nacharbeiten.

Auch muß ich mir noch überlegen, ob ich – wie bisher eigentlich immer – ein Mundstück aus Holz ansetze, oder doch noch „moderne“ Mundstücke aus Acryl bestelle….

Wie entsteht eine Pfeife (1)

Nachdem ich momentan bei einigen Projekten am Arbeiten bin, von denen ich aber keine Photos machen kann, und ich bei der halbfertigen Pfeife irgendwie nicht so recht weiter komme, möchte ich Euch zumindest ein paar Hintergrund-Informationen erklären, wie man überhaupt eine Pfeife machen kann.

Am Einfachsten geht es mit einem Stück Ast – so etwa 6-7 cm lang, ungefähr 4 cm Durchmesser, sowie einem geraden Zweig, wenn möglich mit weichem „Mark“..
In den Ast – den zukünftigen Pfeifenkopf – bohrt man für die Tabakkammer an einem Ende ein nicht durchgehendes Loch in etwa halbem Durchmesser des Ast-Stückes, sowie ein kleineres Loch seitlich, knapp oberhalb des Bodens der Tabakkammer.
Den Zweig ebenfalls längs komplett aufbohren, z.B. mit einem Stück Draht. Gerne wird dafür auch z.B. eine glühendheiße Fahrradspeiche verwendet.
Dann den Zweig anspitzen und in das seitliche Loch des Pfeifenkopfes stecken – fertig ist eine ganz einfache Pfeife im Stile von Huckleberry Finn.

Will man aber etwas … ausgefalleneres, dann sollte man vielleicht eher vorher planen:

Wie groß soll die Pfeife werden? Lage der Tabakkammer, Material, ….

Meist möchte man die Pfeife auch etwas „schöner“ machen – also eher nicht aus einem Stück Ast mit Rinde, sondern aus einem Stück Holz.

Sobald ich mir über die Größe im Klaren geworden bin, suche ich mir ein passendes Stück Holz und säge es – mit ein wenig „Reserve“ – zu.

Holzstück zusägen

In meinem Fall war das Stück Holz für die eigentlich geplante Pfeife aber immer noch zu groß – oder ich hätte viel Abfall gehabt. Also habe ich kurzerhand auf ein kleineres Modell umgeplant, bei dem ich zwei Pfeifen, fast ohne Abfall, aus dem selben Stück Holz bekommen habe.

…und nochmal aufteilen.

Als Nächstes zeichne ich mir die wichtigsten Dinge gleich auf’s Holz. Ganz wichtig ist dabei die Lage und Größe der Tabakkammer:

Tabakkammer anzeichnen

Ganz wichtig: BEVOR man anfängt weiter Holz zu entfernen, sollte man sich sehr gut überlegen, welche Arbeitsschritte man in welcher Reihenfolge durchführen möchte (oder mu0)!
Bei meinem geplanten Modell muß ich über mehrere Achsen drechseln, und darf mir daher nicht bei einem Schritt die Aufspann-Punkte für einen späteren Schritt entfernen.
Und nachdem ich auch „schräg“ drechseln möchte, habe ich bei meinen beiden Rohlingen die Aufspannpunkte optimiert, indem ich auf der einen Seite ein wenig schräg abgeschnitten habe, und den Abschnitt gegenüber wieder angeklebt habe, damit ich besser aufspannen kann.

Ansatzpunkte für schräge Drechselachse

So – das war jetzt erstmal eine ganze Menge an Informationen. Die beiden Rohlinge trocknen – nächste Tage geht’s weiter….

Knopf am Bestimmungsort

Nachdem ich im letzten Beitrag ja ein paar selbst geschnitzte Knöpfe für eine Tasche vorgestellt hatte, hier nun dieselben Knöpfe an der erwähnten Tasche befestigt – die meines Wissens mittlerweile sogar noch etwas verziert wurde

Ich hoffe doch, die TG-Lehrerin wird sich darüber freuen 😉

Mir jedenfalls gefällts !

Knöpfe an Tasche

Vielleicht mach ich ja noch mehr Knöpfe? – Mal schauen …

Wo rohe Kräfte…

…sinnvoll walten, da kann ein Knopf ’ne Tasche halten !

Töchterchen brauchte etwas größere Knöpfe für eine Tasche, die sie im (Fern-) Unterricht hergestellt hatte.

Bestellen?
Sicher möglich – aber warum nicht selber machen?

Hier ein paar selbst geschnitzte Knöpfe !
Etwa 3×2,5 cm, allerdings auch etwa 1,5 cm hoch.

Handgeschnitzte Knöpfe, unbekanntes Holz

Verrückte Zeit

Die letzten Wochen glaubt mir eh keiner – also schreib‘ ich lieber über das, was mehr oder weniger funktioniert hat 😉

Ich bin endlich dazu gekommen, die Nuten für die „schwimmenden“ Schubladen-Böden zu fertigen. Und mit der Verbindung des Schubkastens zur Front geht es auch langsam voran:

Bei der Pfeife bin ich noch nicht so richtig glücklich – ok, der Korpus muß noch ein wenig ausgearbeitet werden. Da bin ich Stück für Stück dran.
Aber das Hauptproblem ist der Stiel bzw das Mundstück.
Ich finde „lang und geschwungen“ – in etwa so wie eine Lesepfeife – wäre am passendsten. Leider kriege ich das aus Holz nicht so hin wie ich es möchte. Ok, Laminieren wäre eine theoretische Möglichkeit, nur sollte der Kleber dafür sinnvollerweise lebensmittelecht UND einigermaßen temperaturfest sein – und da beißt’s schon wieder aus….

Ideal wäre da wohl ein genügend großer 3D-Drucker – der steht auch ganz oben auf meiner mentalen Warte-Liste – und dann aus geeignetem Material einen „sicheren“ Anschluß und einen schön langen, gebogenen Stiel/Mundstück fertigen, vielleicht sogar mit Möglichkeit für einen Filter …..
Tja – in Gedanken sehe ich es schon… 😉

Das mit dem Drucker, und damit die „gedruckte“ Umsetzung, wird bei der momentanen Lage aber vermutlich noch ein wenig dauern.
Vielleicht sollte ich mich bis dahin schon mal mit CAD-Programmen beschäftigen – bisher Neuland für mich.

So oder so – Ihr lest von mir….

Dazwischenpfeifen?

Oder eher: Zwischenstand einer Pfeife 😉

Die „Pfeife in Bearbeitung“ ist soweit es geht auf der Drechselbank fertig gestellt. Der kleinste Teil der Arbeit – aber immerhin.

Am Wichtigsten ist immer, daß die Bohrungen halbwegs vernünftig sitzen, speziell der Rauchkanal.

Für die folgenden Bilder habe ich einfach eine Taschenlampe in die Tabak-Kammer gesteckt und vom zukünftigen Mundstück aus photographiert. War ein wenig dunkel, deshalb leider nicht hundertprozentig scharf:

zukünftige Pfeife mit Beleuchtung
Gar nicht so schlecht für „freihändig“ !

Dafür, daß ich „freihändig“ bohren mußte, haben sich die beiden Bohrungen, glaube ich, ganz gut getroffen. Keine tiefer als bis zur Anderen, mit nahezu keinem Versatz.

Weiter geht’s mit Verputzen, Schnitzen, Ansatz für’s Mundstück – und natürlich auch das Mundstück als solches.
Ich halt‘ Euch auf dem Laufenden….

Wo gehobelt wird

…da fallen Späne!

So viel Späne …

Da habe ich heute von einem Kunden ein wunderschön verdrehtes Stück Apfel bekommen – Stammstück plus ein Stück Ast. Soll eine Sauna-Kelle werden.

Der Apfelbaum ist letzte Tage umgelegt, heute Vormittag die ganzen Äste zugeschnitten worden. Heut‘ Mittag nach’m Gassi-Gehen hab ich das Holzstück davon bekommen.

Noch schnell ’ne Tasse Tee getrunken zum Aufwärmen – die Werkstatt ist sogar noch kälter als es draußen eh schon ist, und dann sofort mit der Bearbeitung angefangen.

Mitten im Arbeiten dann…..

…ja genau, der Apfel war schneller im Reißen, wie ich im Arbeiten. Und ich war wirklich nicht langsam. Der Haufen Späne ist ja oben, im ersten Bild zu sehen.

Ok, die Laffe der Sauna-Kelle sollte im Stamm, der Ast der Griff sein. Da ist dann also auch noch ein Markbereich. Genau in der Verlängerung des Markes läuft der Riß.

Nachdem der Apfelbaum wohl schon ein wenig Probleme hattes – sieht nach beginnender Kern-Fäule aus – ist der Bereich um das Mark natürlich auch etwas schwächer.

Der Riß ist natürlich nicht das „Ende der Welt“ – er hat sogar den Vorteil, daß ich mir jetzt mit dem restlichen Schnitzen dieses Stückes Zeit lassen kann: Denn wenn ich es retten kann, dann nur mit „Schwalben“ – und dazu sollte das Holz etwas trockener sein.

Kleines Update noch am Rande: Mit meinen Werkzeugkisten komme ich auch langsam weiter, bin dabei das Untergestell der zweiten Kiste zu zinken und zusammen zu setzen. Nur ohne Photos 😉

Bis demnächst – Drückt mir die Daumen, daß es in meiner Werkstatt bald mal zumindest etwas wärmer wird…

Nur ein paar Bretter.

Es sind zwar nur ein paar Bretter – aber das sollen mal Schubladen werden…

Bretter für die Schubladen

Wie man gut sehen kann, hat der Unterkasten bereits Rollen bekommen, das macht ihn deutlich mobiler. Auch die schrankseitigen Teile der Rollenauszüge sind schon montiert. Die Schwalben und Pins für die rückseitigen Verbindungen sind auch schon angezeichnet – sieht man vermutlich auf dem Bild nicht.

Gedanken machen muß ich mir jetzt noch, wie man am Besten nicht durchgehende Nuten für Schubladenböden machen kann. Ohne Fräse, und – da nicht durchgehend – auch ohne Kreissäge (die mir beide eh nicht zur Verfügung stehen).

Nicht-durchgehend einfach aus folgendem Grunde:

Die Schubladenfronten – die untersten Bretter der beiden kleinen Stapel – überlappen die Front des Kastens und schließen bündig mit der Außenseite ab. Die Schubladen-Korpusse an sich sind aber deutlich schmaler – um jeweils eine Wandstärke plus Auszug-Breite pro Seite. Trotzdem soll der Schubladenboden aber auf allen vier Seiten in einer Nut liegen, soll ja auch was aushalten. Auf der Rückseite wäre es eigentlich egal, aber im Bereich der Front soll natürlich nichts von den Nuten zu sehen sein. Da muß ich mir also noch was einfallen lassen.

In Bezug auf das Zusammensetzen des Schubladen-Korpus scheiden verdeckte Schwalben als Verbindung zur Front wegen eben der breiteren Front auch aus. Eine doppelte Front mag ich gar nicht. Allerdings ist eine stumpfe Verbindung von Stirnholz auf Querholz als Leim-Verbindung, aber auch gedübelt, nicht sonderlich stabil – da hat man bald die Front ohne Schublade in der Hand.

Allerdings – es gibt eine Verbindung die auch ein bißchen was aushält und zu einer Werkzeug-Kiste paßt. Das wird wohl der kniffeligste Teil. Laßt Euch überraschen, was ich vorhabe – ich hoffe es gelingt…