Tausendmal probiert….

…naja – gefühlt zumindest. Waren in Wirlichkeit doch ein paar weniger Versuche.

Endlich ein Druck eines Mundstücks in PMMA / Acryl der mit ein paar Tricks funktioniert hat.

Tricks waren deswegen notwendig, weil bei mir der Slicer Cura von Ultimaker den Druck geringfügig verkleinert hat, dafür aber eine etwas bessere Oberfläche erzeugt als der Slicer IdeaMaker von Raise3D. Also hab‘ ich mittels als Probedrucken deklarierten Fehlschlägen errechnet, daß ich in allen Dimensionen 4% vergrößern muß:

Kirschpfeife mit Mundstück

Das Mundstück sitzt „saugend-schmatzend“ – wie’s sein soll.

Die kleinen Stipsen auf der Oberfläche werden verschwinden sobald ich auf Klipper umgestellt habe – arbeite mich gerade ein – wobei ich allerdings noch den Zapfen etwas besser hinbekommen möchte:

Mundstück gebogen

Die noch etwas unschöne Oberfläche kommt vom leider notwendigen Stützmaterial. Denn ich drucke so, daß das gebogene Ende quasi auf der Kante des Zapfens steht, damit das Mundstück selber dann genau senkrecht gedruckt werden kann. Dabei brauche ich aber Stützmaterial unter und um den Zapfen herum. Die Oberfläche des Stützmaterials ist aber irgendwie nicht ganz glatt – ich hab‘ bisher in den unzähligen Einstellmöglichkeiten im Slicer die dafür passende noch nicht gefunden.

In Bezug auf Klipper: Mein kleiner Raspberry Pi – ein Computer in vergleichbarer Größe einer Zigarettenschachtel – ist bereits mit Klipper auf einem RaspPiLite-Linux-System installiert. Jetzt muß ich „nur noch“ die Konfigurationsdatei schreiben und die korrespondierende Datei für den Drucker erstellen.

Letztere macht mir etwas Kopfzerbrechen, denn da ich derzeit eine handgeschriebene Drucker-Betriebssystem-Datei im 3D-Drucker installiert habe, geht mir die beim überschreiben verloren (Kann nicht herunter gesichert werden – und, natürlich, kein Backup). Also habe ich entweder einen schnellen Versuch – oder ggf. eine längere Zeit ohne 3D-Drucker bis endlich alles klappt :-/

Ein Trost – beim derzeitigen Wetter brauche ich nur mit dem Hund raus gehen wenn mir der Kopf qualmt !

Voam Düarl…?

naaaa, ned wos Du dengst – sondan wiada amoi Spaghetti g’macht 😛

Spaghetti II

Aber ernsthaft – was ist diesmal passiert?

Beim letzten Mal hat ja der Spaghetti-Verhau schon ganz unten angefangen, nach den ersten Millimetern. Das kann viele Gründe haben. Dieses Mal ist das Mundstück schon zu einem Großteil fertig geworden.

Ich kann nur vermuten, daß – auf Grund der niedrigen Temperaturen in dem Raum, in dem der 3D-Drucker steht – die Haftung irgendwann die Mitarbeit verweigert hat, und das Mundstück schlicht und ergreifend umgefallen ist.

Ok, aus einem mir unbekannten Grunde hat der Slicer „vergessen“, daß ich das gebogene Mundstück so gedreht hatte, daß der Zapfen unten schräg steht – von Stützstrukturen gehalten – und weiter nach oben in die Senkrechte aufgebaut werden sollte.

Ganz offensichtlich hat – auf Grund der „nicht-Drehung“ – der dann überhängende obere Teil des Mundstücks zu viel Drehmoment erzeugt, und es ist einfach umgefallen. Der Ring um den Zapfen jedenfalls war noch „fest“ – ist auf dem Bild etwas schwer zu erkennen.

Fazit:
PMMA bzw. Acryl stellt einige Anforderungen: Nicht nur 235°C Drucktemperatur – das ist ja noch fast im normalen Bereich – sondern auch eine Druckbett-Temperatur von 100°C. Und bei 16°C im Raum kann ich nur vermuten, daß die 100°C eben nicht gehalten werden konnten. Auch wenn die Anzeige dies angezeigt hat.

Also doch demnächst im Haus umbauen und mit dem Drucker „ins Warme“ umziehen?

So oder so möchte ich den Drucker vom ursprünglichen Betriebssystem Marlin auf Klipper umbauen.

Warum?
Pressure Advance – eine Art Druckkontrolle des flüssigen Filaments im Druckkopf – kann Marlin einfach nicht. Damit sollten die kleinen Bubberln auf der Oberfläche verschwinden.

Und Klipper kann noch mehr – zum Beispiel schneller drucken, dabei sogar noch saubereres Druckbild. Die Druck- und Bett-Temperatur kann genauer gehalten werden. Und mehr – schließlich ist dann das Board im Drucker fast nur noch Umsetzer der Befehle, die dann in einem – im Verhältnis – wesentlich leistungsfähigeren Raspberry Pi wesentlich präziser, detaillierter und situations-angepaßter berechnet werden können.

Jetzt erstmal schauen, welche Änderungen auf Grund der Corona-Lage die Tage noch kommen – potenziell frühere Weihnachtsferien freuen zwar die Kinder, aber man kriegt halt als Selbstständiger mit Arbeitsplatz daheim dann nicht mehr halb so viel „gebacken“!

SPAGHETTI !!!

nur nicht carbonara :-/

Spaghetti

Yup, das hat nicht so funktioniert wie ich mir das vorgestellt habe. Ich hab’s schon mit verschiedenen Slicern probiert, anderes Material geht leider nicht – sollte ein Mundstück werden, daher PMMA / Acryl.

Das Einzige was ich bisher nicht probieren konnte ist die Umgebungstemperatur. In dem Raum hat’s 16°C.
Ob deshalb die Schichthaftung eben letzteres nicht macht? Keine Ahnung, gebe ich ganz ehrlich zu. Kann ich aber auch nicht auf die Schnelle ändern ohne drei Zimmer über’s Haus verteilt komplett umzuräumen.

Hätte natürlich schon was, wenn 3D-Drucker, Rechner, Drucker, Schreibtisch und Kleinteile-Lager einigermaßen zusammen wären….

64:30h

Ja genau, insgesamt 64 Stunden und 30 Minuten hat der Druck gedauert. Davon 3 Stunden 15 Minuten das Dach, und 61 Stunden und 15 Minuten der „Rest“.

Darf ich vorstellen: ein Maya-Tempelchen:

Maya-Tempel

Wobei das Bild etwas zu drastisch ist – denn beim „normalen“ Anschauen sieht man die kleinen Unebenheiten kaum, die der Blitz gnadenlos herausstellt.

288 * 288 * 132 mm ist das Tempelchen groß. Viel mehr wäre auch nicht auf meine Druckfläche gegangen, denn diese ist 300 * 300 mm groß. Ich hab‘ bisher nicht nachgewogen – so 700-800 Gramm PETG mittelgrün-transparent sollten darin verarbeitet sein
Selber in OpenSCAD konstruiert, nachdem mir meine Frau ein Photo eines Maya-Tempels gezeigt hat – mit dem Wunsch:“So einen hätte ich gerne gedruckt!“

Voila!

Es wird besser

Die Probedrucke der Mundstücke werden sukzessive immer besser, immer weniger Probleme mit Verformungen des Zapfens durch die Stützstrukturen – demnächst auch wieder Bilder.

Uuuuuuund dann hat sich meine Frau noch ein „Maya-Tempelchen“ gewünscht. Also hab ich mich hingesetzt und einen in meinem Konstruktionsprogramm gebaut. Ging sogar verhältnismäßig schnell.

Von der Grundfläche her paßt er gerade eben so noch aufs
300*300 mm Druckbett meines Druckers.
Aber die Druck-Dauer…..

Die ersten 0,18mm Höhe haben schon mal 2 1/2 Stunden gedauert. Seit gestern Nachmittag bis heute Morgen hat er immerhin gut 7mm Höhe geschafft. Fehlen nur noch etwa 120mm…..

Ok, Pyramiden haben die Eigenart unten mehr Fläche einzunehmen wie weiter oben – aber trotzdem….
Hoffentlich kann ich Euch schon in drei Tagen die ersten Bilder davon zeigen! (Heute ist Dienstag – ich hoffe auf Freitag…)

Glatt – Glatter – Kaputt

Ist schon komisch – da versucht man eine Oberfläche so glatt wie möglich zu bekommen – aber das bekommt dem Material ganz und gar nicht….

Es geht immer noch um die Pfeifen-Mundstücke. Aus PMMA, das meistens unter „Acryl“ bekannt ist. Das ist das Material, das Pfeifenbauer normalerweise verwenden, um aus einem gegossenen Rohling durch Drechseln, Schleifen, Bohren, unter Hitze biegen und abschließend Polieren ein Mundstück herzustellen.

Ich möchte – natürlich – keine „normalen“ Mundstücke erstellen (Auch keine ganz normalen Pfeifen 😉 ) Daher der 3D-Druck.

Nachdem dabei eine gewisse Schichtdicke zum Drucken verwendet wird gibt es also eine, der Schichtdicke entsprechenden, Auflösung. Bei meinem Drucker arbeite ich zwischen 0.1 und 0.2 Millimeter.

Dabei wird die Oberfläche im Normalbetrieb schon einigermaßen glatt. Wenn man aber „überhängend“ druckt braucht man irgendwann Stützstrukturen, die wiederum Spuren auf der Oberfläche hinterlassen.

Nun gibt es auch Methoden, die Oberfläche wieder zu glätten – z.B. Hitze, oder Lösungsmittel.
Bei Hitze wiederum gibt es zwei Methoden – das Tempern, sowie das eher lokale Erwärmen.
Getempert habe ich noch nicht, da unser Heißluftofen etwas in die Tage gekommen ist, und die Temperaturschwankungen zu groß geworden sind. Sie sollten optimalerweise bei maximal +/- 5°C liegen. Also habe ich mit dem Fön ganz vorsichtig erwärmt – dummerweise ist der Übergang von Weich zu „Zu Weich“ so dermaßen schnell, daß ich Löcher in der Oberfläche bekam – das Material hat sich einfach zusammengezogen.

Also sicherheitshalber recherchiert, was man für Lösungsmittel verwenden kann, und wie man das gefahrlos tun kann.
Stellt sich heraus, daß PMMA von Lösungsmitteln häßliche Spannungsrisse bekommt.

Also bleibt nur – mal wieder – umdesignen, so daß ich möglichst keine Stützstrukturen brauche.
Ich bin dran….

Alles gar nicht so einfach.

Puh – schon besser…

Auch wenn es bisher nur ein Probedruck ist, bei dem ich nur die unterstützenden Strukturen entfernt habe – kein Versäubern, Grate entfernen, Schleifen, …

…ich möchte Euch das „neue“ Mundstück-Design nicht vorenthalten.

Es ist gebogen – es ist grün – aber ohne „Ringeldings“.
Und es läßt sich ganz offensichtlich erfolgreich drucken. Auch wenn bisher nur zum Test aus PETG, da das PMMA doch deutlich kostspieliger ist.

Allerdings ist jetzt noch eine ganze Menge Arbeit (und Druck-Tage) bis ich die restlichen Probleme gelöst habe:
* Ok, das Maß des Zapfens paßt perfekt!
* Rauchkanal ist frei – aber mit Fäden drin.
* Leichte Schichten auf der Außenseite – trotz nur 0,12mm Schichtdicke.
* Die rückseitige Naht vom Schichtwechsel ist ziemlich dick und nicht in der Mitte.

Also muß ich am Materialtransport und -Rückzug arbeiten – das werden noch etliche Test-Drucke – und dann das Selbe in PMMA.

Trotz des riesigen Aufwandes – das Ergebnis freut mich, denn es eröffnet ungeahnte Möglichkeiten. Und sei’s nur für Pfeifen-Mundstücke, die so nicht aus dem Vollen geschnitzt werden könnten.

Was meint Ihr dazu?

Noch nicht ganz so…

…wie ich mir das vorgestellt habe.

Der Grund für den 3D-Drucker war – und ist – daß ich gerne Mundstücke für Pfeifen machen möchte.
Vom Design her schaut das Ganze ja gar nicht so übel aus

Pfeifen-Mundstück, in OpenSCAD erstellt

Allerdings komme ich mit der Kombination Acryl-Filament und Slicer noch nicht ganz zurecht.

Ein Slicer ist ein Programm, das so ein Design wie oben in die einzelnen Schichten umwandelt, die dann wiederum mit dem 3D-Drucker gedruckt werden können.

Ich hatte versucht, das Mundstück horizontal zu drucken – dazu braucht man an den Stellen, die nicht das Druckbett berühren, eine Unterfütterung – oder auch Support genannt. Leider hat der Support allerdings ziemliche Spuren am eigentlichen Druck-Teil hinterlassen.

Auf der Oberseite kommt das Muster schon ganz gut zur Geltung – auch die sichtbaren 0,2-Millimeter-Schichten wirken eher positiv. Leider ist aus irgend einem Grund die allerletzte Schicht „vergessen“ worden.
Und auf der Unterseite hat der Support das Material sogar verformt. Das kann ich so nicht verwenden.

Der Grund für den horizontalen Druck ist ganz einfach, daß die Haftung zwischen den Schichten geringer ist, als in der Schicht selber, oder quer zur Schicht. Das, hatte ich mir so vorgestellt, würde es mir erlauben, das Mundstück über Hitze noch zu biegen – denn das kriege ich im 3D-Zeichenprogramm bisher nicht hin.
Bei „stehendem“ Druck – also vertikal – könnte es sein, daß beim Biegen das Mundstück kaputt geht, in dem die Schicht-Haftung einfach nach gibt.

Und wer sich fragt – ja, den Pfeifenkopf habt Ihr schon in einem früheren Beitrag gesehen. Ich dachte mir, ein Acryl-Mundstück wäre auch nicht schlecht dafür…. 😉

Da muß ich wohl noch ein wenig probieren…..