Noch mehr Werkbank

Nachdem die Werkbank eine recht große Bandbreite an Arbeitsmöglichkeiten bietet, hier eine Weitere:

Aufsägen von Halbstämmen

Auch wenn ich in Bezug auf die Werkzeug-Kisten sicher noch mehr posten werde, ein anderes Projekt harrte schon länger darauf, angefangen zu werden – und ich hatte endlich die fehlende Design-Idee.

Aber von Anfang an – ich habe vor einiger Zeit ein paar Birken-Halbstämme bekommen, etwa 80cm lang, ungefähr 25cm Stammdurchmesser. Die standen bei mir recht gut geschützt und sind jetzt schön durchgetrocknet….. – für Schalen.

Es sollen besondere Schalen werden – nicht das, was „jeder“ so macht. Wird allerdings noch ’ne Weile dauern, denn zur Zeit komme ich nur sehr wenig in die Werkstatt.

Aber Schritt für Schritt – diesmal Halbstamm zu Schalen-Rohlingen. Gesägt auf der neuen Werkbank – natürlich von Hand….

Zuerst mußten die beiden Enden etwas gekürzt werden, denn die waren von der Witterung besonders angegriffen. Klar – ist ja Stirnholz. Also Halbstamm auf die Bank gelegt, Knie drauf, Fuchsschwanz – und GO!

Halbstamm, Enden beischneiden.
Erstes Ende beschnitten.

Leider ist es auf dem Bild nicht so gut zu erkennen – der Halbstamm war nicht ganz plan – die Schnittfläche ist sauber und glatt, etwa ein Millimeter hohl in Bezug auf die beiden Ecken. Besser als ich es erwartet hatte.

Zweites Ende eingekürzt

Diesmal habe ich mir die Arbeit etwas erleichtert, und die Bügelsäge verwendet. Dafür ist der Schnitt aber auch nicht so plan geworden. Ist aber auch egal – kommt ja später eh auf die Drechselbank 😉

Beschnittener Halbstamm

Jetzt muß der an beiden Enden von den verwitterten Stücken befreite Halbstamm noch in Rohlinge aufgeteilt werden. Ich habe mich für Halbieren entschieden, auch wenn in der Breite wohl auf Grund des halbkreisfärmigen Querschnittes noch etwas Schwund sein wird – dafür bleibt aber noch Raum für ein mir wichtiges Gestaltungsmerkmal.

Der Halbstamm nochmal halbiert…

So, der Halbstamm ist jetzt auf halbes Längenmaß aufgetrennt – diesmal wieder per Fuchsschwanz. Den ersten Klotz habe ich auch schon grob angezeichnet – zeige ich beim zweiten Klotz dann auch im Bild – hab vergessen ein Photo zu machen :-/

Wenn sich der / die Eine oder Andere wundern mag, warum ich zum Teil auch Details beschreibe, die wohl für manchen offensichtlich sind – genau weil es genügend Interessierte gibt, die so etwas noch nie gesehen haben oder verfolgen konnten. Also bitte etwas Nachsicht, wenn Euch die Beschreibung zu detailliert ist – seht bitte einfach darüber hinweg, damit diejenigen, die so etwas noch nie gesehen haben, davon profitieren können….

Beim nächsten Mal geht’s weiter mit Anzeichnen des zweite Rohlings, ich hoffe ich kann Euch vor Weihnachten auch noch die Anfänge auf der Drechselbank zeigen (Kein Drechselkurs – mein Vorgehen!)

Wie arbeitet man…

auf einer römischen Werkbank?

Ist eigentlich ganz einfach, dank der geringen Höhe:

Man setzt sich auf das Werkstück – in diesem Falle ein bereits ohne Kamera (natürlich von Hand) zugesägtes Brett. Dazu muß man sich natürlich nach vorne beugen – was am ersten Tag auch gleich ein wenig Muskelkater verursacht hat. Aber das Pins anzeichnen (Brett waagerecht), Pins sägen (Brett senkrecht) und ausstemmen (Brett wieder waagerecht) ging erstaunlich flott. Wesentlich zügiger als ich es in der Vergangenheit geschafft habe ! Das Umspannen hat jeweils nur Sekunden gedauert.

Die folgenden Bilder zeigen (1) die frisch angezeichnete Pins – dazu saß ich auf dem Brett. Als nächstes (2) die Position zum Sägen der Pins – dazu habe ich das Brett mit einer einzelnen Einhand-Zwinge am horizontalen Frontbalken festgespannt. Das Ausstemmen habe ich nicht photographiert, dafür aber (3) das Anzeichnen der Schwalben.

Ich habe also mit den Pins angefangen, und danach die Schwalben am zweiten Brett passend angezeichnet und gesägt. Letzteres habe ich nicht mehr photographiert, entspricht Photo 2.

Alle Bilder aus meiner Arbeitsposition gesehen – daher auf den ersten Blick eine vielleicht etwas ungewöhnliche Perspektive…

Anzeichnen der Pins
Fertig zum Pins sägen
Schwalben anhand der Pins anzeichnen

Erste Werkbank

Auch wenn ich schon seit geraumer Zeit drechsle, schnitze, etc – mehr als einen Unterbau für meine kleine Drechselbank habe ich in den letzten Jahren nicht zur Verfügung gehabt.

Nachdem aber der Wunsch, endlich mit einer richtigen Werkbank zu arbeiten, in den letzten Jahren immer größer wurde, habe ich ein wenig recherchiert:

In Frage kamen für mich folgende Typen:

  • Nichelson-Werkbank
  • Roubo-, bzw Rouby-Style-Werkbank
  • Eine Werkbank nach dem Vorbild von Paul Sellers
  • Ein Nachbau einer alten römischen Werkbank a la Christopher Schwarz

Die Entscheidung ist mir nicht leicht gefallen. Immerhin ist der Unterbau für meine Drechselbank im Stile Paul Sellers gebaut – damals geplant als Werkbank für meine Tochter, die sie allerdings nicht mit dem A…llerwertesten angeschaut hat 😉 Egal was ich gedrechselt habe, egal wie unrund es am Anfang lief, der Unterbau hat sich nicht um einen Millimeter bewegt. Und ist auch noch relativ einfach zerlegbar.

Im Endeffekt ist die Entscheidung für einen abgewandelten Nachbau einer alten römischen Werkbank gefallen. Und dies gleich aus mehreren Gründen.

Zum Einen habe ich vor, soweit irgendwann mal wieder möglich, die Werkbank auch auf Märkten am Stand zu benutzen. Dafür muß sie nicht nur transportabel sein, sondern auch noch auf jedem noch so unebenen Untergrund sicher stehen.

Zum Anderen ist es natürlich verlockend, mal eben NICHT auf Hüfthöhe zu arbeiten, sondern auf einer niedrigeren Höhe. Damit können dann vor Allem die kleinen Zuschauer am Stand besser sehen.

Abwandlung einer alten römischen Werkbank

Die Arbeitsfläche ist 23 cm breit und 74 cm lang, der Unterbau 76 cm breit und etwa 90 cm lang. Gesamthöhe 44,5 cm – und damit Sitzhöhe !

Material ist noch herumliegendes Bauholz, Reste von früheren Projekten und Konstruktionen. Alles Fichte/Tanne. Bisher habe ich noch keine Löcher für passende Haltestangen gebaut, wie es Christopher Schwarz in seinen Publikationen aufgezeigt hat.

Unterbau und Platte sind fest miteinander verschraubt, auch das Untergestell ist in einem Stück, somit nicht zerlegbar. Und auch wenn ich mit der Herstellung der großen Fingerzinken heftige Probleme hatte – man sieht es sogar auf dem Photo – steht die Bank super stabil, ist groß genug für kleine und mittlere Projekte. Und paßt gut in den Kofferraum oder Hänger.

Ich hab‘ dann auch gleich mit einem Teil eines größeren Projektes angefangen (mehr dazu in den nächsten Updates) – es ist schon klasse auf dem Werkstück zu sitzen damit es nicht verrutscht, und zu sägen und Zinken aus zu stemmen. Hatte allerdings auch gleich Muskelkater, da die Muskeln im Rücken bei so einer sitzenden Haltung ungleich stärker gefordert sind.

Ich glaube, ich werde in Zukunft noch so eine Bank bauen. Größer, noch funktionaler, gegebenenfalls sogar mit einem Schreiner-Schraubstock an einem Ende. Mal schauen. Erst mal noch ein wenig damit arbeiten….

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Alles neu …

… macht manchmal eine gecrashte Webseite :-/

Ich muß beim Updaten wohl irgendwas verkehrt gemacht haben, jedenfalls war danach jedweder Inhalt im …. Eimer.

Daher, falls ihr irgendwelche Seiten gebookmarked hatted, sorry, die gibt es nicht mehr.

Ich werde aber versuchen, Euch – trotz der momentanen C-Lage (und damit verbundenen Einschränkungen) so schnell wie möglich neue Inhalte zu kreieren. Also keine alten Sachen – alles Neu !!!

Martin

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