Erste Werkbank

Auch wenn ich schon seit geraumer Zeit drechsle, schnitze, etc – mehr als einen Unterbau für meine kleine Drechselbank habe ich in den letzten Jahren nicht zur Verfügung gehabt.

Nachdem aber der Wunsch, endlich mit einer richtigen Werkbank zu arbeiten, in den letzten Jahren immer größer wurde, habe ich ein wenig recherchiert:

In Frage kamen für mich folgende Typen:

  • Nichelson-Werkbank
  • Roubo-, bzw Rouby-Style-Werkbank
  • Eine Werkbank nach dem Vorbild von Paul Sellers
  • Ein Nachbau einer alten römischen Werkbank a la Christopher Schwarz

Die Entscheidung ist mir nicht leicht gefallen. Immerhin ist der Unterbau für meine Drechselbank im Stile Paul Sellers gebaut – damals geplant als Werkbank für meine Tochter, die sie allerdings nicht mit dem A…llerwertesten angeschaut hat 😉 Egal was ich gedrechselt habe, egal wie unrund es am Anfang lief, der Unterbau hat sich nicht um einen Millimeter bewegt. Und ist auch noch relativ einfach zerlegbar.

Im Endeffekt ist die Entscheidung für einen abgewandelten Nachbau einer alten römischen Werkbank gefallen. Und dies gleich aus mehreren Gründen.

Zum Einen habe ich vor, soweit irgendwann mal wieder möglich, die Werkbank auch auf Märkten am Stand zu benutzen. Dafür muß sie nicht nur transportabel sein, sondern auch noch auf jedem noch so unebenen Untergrund sicher stehen.

Zum Anderen ist es natürlich verlockend, mal eben NICHT auf Hüfthöhe zu arbeiten, sondern auf einer niedrigeren Höhe. Damit können dann vor Allem die kleinen Zuschauer am Stand besser sehen.

Abwandlung einer alten römischen Werkbank

Die Arbeitsfläche ist 23 cm breit und 74 cm lang, der Unterbau 76 cm breit und etwa 90 cm lang. Gesamthöhe 44,5 cm – und damit Sitzhöhe !

Material ist noch herumliegendes Bauholz, Reste von früheren Projekten und Konstruktionen. Alles Fichte/Tanne. Bisher habe ich noch keine Löcher für passende Haltestangen gebaut, wie es Christopher Schwarz in seinen Publikationen aufgezeigt hat.

Unterbau und Platte sind fest miteinander verschraubt, auch das Untergestell ist in einem Stück, somit nicht zerlegbar. Und auch wenn ich mit der Herstellung der großen Fingerzinken heftige Probleme hatte – man sieht es sogar auf dem Photo – steht die Bank super stabil, ist groß genug für kleine und mittlere Projekte. Und paßt gut in den Kofferraum oder Hänger.

Ich hab‘ dann auch gleich mit einem Teil eines größeren Projektes angefangen (mehr dazu in den nächsten Updates) – es ist schon klasse auf dem Werkstück zu sitzen damit es nicht verrutscht, und zu sägen und Zinken aus zu stemmen. Hatte allerdings auch gleich Muskelkater, da die Muskeln im Rücken bei so einer sitzenden Haltung ungleich stärker gefordert sind.

Ich glaube, ich werde in Zukunft noch so eine Bank bauen. Größer, noch funktionaler, gegebenenfalls sogar mit einem Schreiner-Schraubstock an einem Ende. Mal schauen. Erst mal noch ein wenig damit arbeiten….