Nein!

Klipper ist zwar auch eine Bezeichnung für einen Schiffstyp, aber in diesem Falle ist die Software gemeint, die unter Anderem mit 3D-Druckern zusammen arbeitet.

Auch wenn mir etwas mulmig dabei war, habe ich bei meinem 3D-Drucker das etwas unbewegliche Marlin durch das leistungsfähigere Klipper ersetzt.
Was sind denn die Unterschiede zwischen den beiden Systemen?

Marlin läuft als Firmware (quasi Betriebssystem) direkt auf dem Board des 3D-Druckers. Die Boards, bzw. deren Prozessoren sind mehr oder weniger leistungsfähig – z.B. ein 8-bit-Board ist (noch) langsamer als ein 32-bit-Board. Selbst mit einem Computer davor geschaltet, z.B. einem kleinen Raspberry Pi, findet die eigentliche Verarbeitung der Befehle ausschließlich im Prozessor des Drucker-Boards statt.

Bei Klipper ist das etwas anders, denn da bilden vorgeschalteter Computer und Board-Prozessor eine Einheit. Dabei läuft nahezu der gesamte Teil der Befehls-Verarbeitung im vorgeschalteten Computer. Der Prozessor im Drucker-Board hat immer noch genug – wenn auch weniger als unter Marlin – damit zu tun die optimierten Befehle an die Motoren des 3D-Druckers zu senden.

Einer der Gründe für den Umstieg auf Klipper war für mich die Fähigkeit etwas voraus zu denken (bzw. zu rechnen 😉 ). Speziell was den Filament-Fluß angeht, kann der Druck in der Düse im Voraus berechnet werden. Englisch „Pressure Advance“.

Als Beispiel – unter Marlin besteht ein Bewegungsbefehl aus X-, Y- und E(xtruder) Werten. Wenn nun der Druckkopf sich einer echten oder vermeintlichen Ecke nähert wird er zwar vorher abgebremst, der Extruder-Wert wird aber für die gesamte Strecke gleich gehalten. Damit gibt es gegebenenfalls kleine Stellen, an denen zu viel Filament durch die Düse gedrückt wird, was ich in früheren Beiträgen als kleine Stipsel bezeichet hatte.

Klipper hingegen kann nicht nur den Druck in der Düse im Voraus berechnen – „Pressure Advance“, sondern auch an die Steilheit der Kurve anpassen. So wird z.B. bei einer 30° Kurve weniger Druck aus der Düse genommen, als z.B. bei einer 90° oder gar 120° Kurve. Dadurch soll das Druckbild deutlich besser werden.

Soll? – jaaaaaa…..
Der Drucker ist bereits umgestellt, kann auch mit dem Raspberry Pi „reden“. Allerdings kann ich auf dem kleinen Display des Druckers natürlich nicht mehr sehen, was der Raspberry Pi anzeigen möchte. Zum Glück hat mein „Finanzminister“ einem kleinen Display für den Raspberry Pi zugestimmt, sodaß ich nicht nach jedem Befehl – ich kann auf meinem Computer das virtuelle Display des Raspberry Pi schon anzeigen – durch’s ganze Haus flitzen muß, um zu sehen, ob der Befehl auch richtig ausgeführt wird.

Also demnächst mehr dazu – sobald das Display da ist.
Das sollte Anfang kommender Woche der Fall sein.
Hoffentlich…..

Von Martin